Handykosten im Urlaub

Der Urlaub war Klasse! 14 Tage Sonne, Strand und Erholung. Mit der nächsten Handyrechnung ist allerdings die Erholung vorbei. Denn die versteckten Urlaubskosten jagen einen Schrecken in die Glieder und sorgen für Stress. Wir geben Ihnen Tipps, wie Sie ganz entspannt der nächsten Handyrechnung nach dem Urlaub entgegen schauen.
Bei vielen gehört das Handy auch im Urlaub ins Gepäck. Mittlerweile ersetzen viele Handys sogar die Digitalkamera und sind im Urlaub daher der ideale Begleiter. Sie dienen nicht nur für den Schnappschuss nebenbei, sondern machen richtig gute Urlaubsbilder. Doch viele beglücken auch ihre Freunde mit Fotos per MMS oder einem kurzen Anruf. Wer dabei nicht in die Kostenfalle tappen will, sollte auf einige Dinge achten.
Erster Tipp: Mailbox aus
Sicher wissen nicht alle Freunde, Verwandten und Bekannten bescheid, dass sie in den Urlaub fahren. Unbedarft ruft also jemand an, hinterlässt eine Nachricht auf der Mailbox und Sie rufen zurück. Das verursacht höhere Kosten als sonst. Schalten Sie daher im Ausland Ihre Mailbox aus. Also Bedienungsanleitung rausholen und die Box für die Zeit deaktivieren. So entgehen Sie den ersten Mehrkosten.
Das Roaming
Beim Telefonieren im Ausland handelt es sich um das sogenannte „Roaming“. Das heißt, dass ein Mobilfunkteilnehmer in einem fremden Netz seine üblichen Funktionen des Handys weiter nutzen kann. Ohne Probleme kann jeder Teilnehmer so im Ausland telefonieren oder simsen. Viele Handyprovider haben mit Netzbetreibern im Ausland einen Vertrag. Im Ausland sollte also auch dieser Vertragspartner als Netzbetreiber eingestellt werden. Beachten Sie folgende Punkte beim „Roamen“:
- Vertragspartner ihres Netzanbieters: Informieren sie sich im Vorfeld über die Vertragspartner ihres Netzanbieters in ihrem Urlaubsort. Wenn Ihr Handy sich im Urlaubsort automatisch umstellt, prüfen Sie das Netz.
- Grenze: Wenn Sie in Grenznähe sind, sollten Sie vorsichtig sein. Achten Sie darauf, dass sich Ihr Handy nicht versehentlich auf ein fremdes Netz umgestellt hat, weil das Signal Ihres Anbieters zu schwach war. Dies können Sie umgehen, indem Sie die Einstellungen Ihres Handys ändern. Schalten Sie die Netzsuche auf „manuell“.
- Begrüßungs-SMS: Achten Sie auf die SMS des Auslandsproviders, die Sie erhalten. Prüfen Sie, ob dies der Provider ist, den Sie wünschen. Wenn nicht wechseln sie das Netz mit der „Netzsuche“.
Handyalternative: Kostenbegrenzung im Vorfeld
Es gibt noch zwei weitere Möglichkeiten im Ausland ohne schlechtes Gewissen über das schöne Wetter zu plaudern: zum einen die „Guthabenkarte“ und zum anderen der „Wegwerftarif“. Mit diesen beiden Varianten legen Sie den Betrag, den Sie ausgeben wollen, im Vorfeld fest und haben nicht hinterher das Nachsehen.
Die “Guthabenkarte” ist nicht überall erhältlich. Bieten Länder diese Möglichkeit an, dann gibt es diese Karten wie hier in Deutschland im Supermarkt oder in der Drogerie. Es handelt sich dabei um sogenannte Prepaid-Karten, die in verschiedenen Preisklassen erhältlich sind. Mit dem Erwerb dieser Karte legen Sie im Vorfeld den zu telefonierenden Betrag fest, stecken die SIM-Karte in ihr Handy und können lostelefonieren. Sie können sich auch im Vorfeld eine solche Karte für das entsprechende Land besorgen. Hier gibt es natürlich einiges zu beachten:
- Ein SIM-Lock freies Handy ist nötig
- Ihre Rufnummer wechselt sich
- Vorsicht vor Anschlussgebühren
Beim „Wegwerftarif“ handelt es sich um ein Einweghandy. Das Prinzip kennt jeder von den Einwegkameras. Einweghandys sind billige Guthabenhandys aus dem Supermarkt. Dieses Handy ist beispielsweise in Frankreich erhältlich. Es funktioniert genau wie mit der Prepaidkarte, nur das der Handynutzer nicht auf ein SIM-Lock freies Handy achten muss. Ein Nachteil bei dieser Variante ist ebenfalls die neue Rufnummer und das manuelle Eintippen der Nummern. Menschen, die nicht auf ihr eigenes Handy verzichten wollen, ist diese Alternative nicht zu empfehlen. Mit dem Umweltgewissen ist es wohl auch nicht zu vereinbaren.
Der Sonderfall Amerika
Sie machen Urlaub in Amerika? Dann sind für Sie noch einige spezielle Dinge wichtig. Ihr Handy sollte über das entsprechende Band verfügen. Mit einem Dual-Band, das hier in Deutschland reicht, ist das Telefonieren in Nordamerika nicht möglich. Dort benötigen Sie ein Tri- oder noch besser ein Quad-Band. Auch wenn viele Handys dieses Band schon anbieten, prüfen Sie dies vor dem Urlaub. Sie ersparen sich unnötige graue Haare.
Für Amerika gibt es von einigen Netzbetreibern besondere Angebote, denn es funktioniert nicht, einfach mit der eigenen Karte zu telefonieren. Wenn Sie sich rechtzeitig darum kümmern, können Sie zum Beispiel von dem Angebot der Cellion SIM-Karte von der BlueBell Telekom AG profitieren. Mit dieser Karte sparen Sie bis zu 90% der Kosten und sie wird Ihnen einfach und kostenlos nach Hause geschickt. Hier gehört sogar eine eigene Mailbox dazu und die Abwicklung der Kosten über eine deutsche Bankverbindung. Einzige Voraussetzung: Ihr Handy unterstützt die Frequenzen GSM 1900 MHz (Tribandhandy). Sie bekommen ein solches schon billig bei Preis.de.
Telefonieren rund um den Globus
Eine SIM-Karte mit bis zu 80% Ersparnis heißt Sunsim. Hier gibt es allerdings Kosten für die Karte selbst in Höhe von 14.95 Euro, die ein Startguthaben von 5 Euro beinhaltet. Aber auch TouristMobile bietet gute Alternativen. Die großen Anbieter in Deutschland bieten extra Auslandstarife an. Je länger der Aufenthalt ist, desto mehr lohnt sich ein Vergleich.
Telefonanleitung für das Ausland
Nach Deutschland telefonieren geht nur mit entsprechender Landesvorwahl. Es reicht aber nicht, einfach die 0049 vor die Rufnummer zu setzen. Vor der Nummer +49 wählen und dann entsprechend die 0 bei der Vorwahl weggelassen. Ein kleiner Insidertipp: Sie können alle Telefonnummern von vornherein in der Nummer speichern, die Sie im Ausland benötigen. Mit der Nummer „+49 1234 9999999“ kommen Sie auch innerhalb von Deutschland ans Ziel. So verschwenden Sie nicht Ihre wertvolle Urlaubszeit.
Lassen Sie sich nicht übers Ohr hauen
Die EU-Kommission hat zur Senkung der Handykosten im Ausland beigetragen. Die Roaming-Tarife wurden EU-weit angepasst. Handytelefonate innerhalb der Europäischen Union unterliegen im Jahre 2009 folgender verbindlicher Obergrenzen:
- Abgehende Anrufe: 51,17 Cent
- Ankommende Anrufe: 22,61 Cent
- SMS: 13,09 Cent
Das Kleingedruckte
Vor allem iPhone-Nutzer müssen aufpassen. Der Gang ins Netz kostet im Urlaub schnell das Dreifache. Experten raten von der Aktivierung des iPhones im Urlaub ab. Außerdem gehört das Ladegerät bei einem Urlaub von mehr als ein paar Tagen natürlich dazu. Aber Vorsicht: Nicht alle Länder haben die gleichen Steckanschlüsse. Also entsprechend einen Adapter für die Steckdose einpacken. Tja, und auch der Strafzettel kann teuer werden, wenn beim Autofahren im Ausland telefoniert wurde. Also lieber Vorsicht walten lassen und “don´t drive und talk” pflegen.
Sie müssen im Vorfeld klären, wie viel Sie telefonieren wollen. Danach entscheidet sich, ob Sie besser ihr eigenes Handy mit einem entsprechenden Netzanbieter im Ausland wählen oder sich ein Einweghandy zulegen, beziehungsweise eine Prepaid-Karte nutzen. Wer also im Urlaub nicht auf sein Handy verzichten will, und dennoch voll relaxen möchte, erkundigt sich besser bei seinem Anbieter. Dann steht einem Urlaub mit dem Handy nichts mehr im Wege.



(2 votes, average: 4.50 out of 5)



Dein Kommentar ist gefragt!