Geprüft und besiegelt: Green IT

Von Oeko und Siegeln

Sehr aktuell ist der Öko-Gedanke, hat er doch bis jetzt schon große Wellen überwiegend im Bereich der Lebensmittel geschlagen. Man muss, wie ich finde sehr positiv, anmerken, dass er sich auch in der technischen Disziplin noch zart aber spürbar etabliert. Nicht nur umweltbewusste Verbraucher machen sich Gedanken, auch die Politik, seitens der Linken wenigstens, schreit nach mehr Bewusstsein.

Es geht ja nicht nur darum wenig Dreck zu machen, es liegt auch völlig im Interesse des Verbrauchers, dass eine neue technische Errungenschaft langlebig ist und wenig Energiekosten verursacht. Allerdings bekommt man auch hier wie überall sonst den Eindruck, dass die den Umweltschutz assoziierenden Begriffe wie “Green” oder “Eco” gleich einer Modewelle plakativ auf jedem Drucker landen, dessen Patronen nicht sofort austrocknen. Die Frage nach Glaubwürdigkeit und Seriosität kommt auf. Sind Zertifikate doch schließlich dazu da, um dem Käufer eines Gerätes schnell einen Überblick zu verschaffen und ihn Vergleiche anstellen zu lassen.

Welches Symbol passt zu mir

Die Palette an “Zertifkaten” ist groß und auch die Bereiche, die sie kontrollieren sind äußerst vielseitig und sehr unterschiedlich. Die Orientierung des Verbrauchers geschieht je nach Bedarf oder Gebiet. Ich habe mir mal einige, über die man in der letzten Zeit in den Medien häufiger stolperte, zur Brust genommen und durchleuchtet. Für jeden, der sparen, aber auch retten will, könnten folgende Zeilen von Interesse sein.

Öko Test

Logo: Öko Test

Die offiziell Unabhängigen

Es gibt herkömmliche verbraucherorientierte Zertifikate, die sämtliche Bereiche abdecken und denen man grundsätzlich Vertrauen schenken darf, denn sie vertreten offenkundig die Verbraucherinteressen. An erster Stelle möchte ich Öko-Test nennen, der sicher jedem bekannt ist,  getreu dem Motte Richtig gut leben nimmt er sehr umfangreich alles unter die Lupe , was neu erscheint. Dazu gehören natürlich auch technische Geräte.

Auf der Homepage lassen sich Testergebnisse zu allen erdenklichen Produkten finden. Angefangen bei Klopapier über Fitnesscenter bis hin zu TFT-Monitoren. Allerdings sind die Ergebnisse nicht immer ganz aktuell, was zugegebener Maßen gerade bei der schnelllebigen Technik wünschenswert wäre.

Aber Öko-Test wäre nicht so umfangreich und Öko-Test, wenn er nicht tatsächlich auch sämtliche Öko-Siegel getestet hätte.  Er erwähnt unter anderem das Label Energy Star. Es kommt aus den USA und ist dabei europaweit Fuß zu fassen.  Die Adressaten von Energy Star sind auf der einen Seite die Privatmenschen, die sogenannten Heimanwender, der sich für ein sparendes Gerät interessieren. Auf der anderen Seite sind es die Firmen, die ihre Büros in -zigfacher Ausführung umweltbewusst und sparsam einrichten möchten.

Die Webseite von Energy Star ist wirklich sehr vielschichtig, daher bedarf es etwas Zeit, sich mit ihr auseinander zu setzen. Ich musste mich erst einmal etwas reinfuchsen. Die Information kann sehr aufschlussreich sein: Energy Star wirbt mit Informationen und Tipps bei anliegenden Kaufentscheidungen. Es gibt einen Energierechner, der Aussagen über die Kosten und den Verbrauch eines Computers bei individueller Nutzung macht. Eine Firma muss sich einkaufen , um kontrolliert ein “Energy-Star-Zertifikat” tragen zu dürfen. Für manche Firmen ist das sicher eine gute Image-Taktik, für andere ist es nicht wichtig.

Ein eigenes für die EU

Das EU-Label, das für den Bereich der Haushaltsgeräte zuständig ist, ist seit 1998 europaweit vertreten und gibt Auskunft über die Energieeffizienz eines Gerätes. Es unterteilt sich in die jeweiligen Unterkategorien der Haushaltsgeräte. Bei einem Kühlschrank gibt es Auskunft über Gesamtnutzinhalt und Geräuschemission. Noch interessanter aber sind die Angaben über den Energieverbrauch, der bei allen Elektroeinheiten, ob Kühlschrank, Trockner oder ähnliches abzulesen und im Vergleich auszuwerten ist. Die Wertung erstreckt sich von A bis G wobei A einen niedrigen und G den hohen Verbrauch auszeichnet. Dieses Label gestaltet sich also bis auf den kWh-Verbrauch sehr unterschiedlich. Waschmaschinen werden dabei noch auf Wirkung, Füllmenge und Wasserverbrauch getestet. Wer darüber nach denkt sich eine Maschine zuzulegen, wird zuverlässig mit diesem Label beraten.

Energy Star

Logo: Energy Star

Die üblichen Verdächtigen

Ein anderes Zertifikat, das noch sehr jung ist – im November 2008 wurde es in Leben gerufen – aber zunehmend auch seinen Bekanntheitsgrad steigert, ist das Green IT Label. Dahinter steht interessanterweise der Hersteller Fujitsu, der sich einen Namen mit Produkten in der IT-Branche gemacht hat.

Grund für dieses Label waren die schon vorhandenen Label, die nicht streng genug waren. Tatsächlich könnte die Gründung des Green IT-Zertifikat eine Imagefrage sein, um sich in einer umdenkenden Zeit ganz offenkundig zu platzieren. Und, wenn dann aber doch alles rechtens ist, ist das eine sehr gesunde Einstellung. Auch wenn der Hersteller sein Image aufpolieren sollte,  bleiben mir als Verbraucher immer noch die Informationen zur Effizienz und Umweltverträglichkeit. Dieses Label soll angeblich unabhängig geblieben sein. Es bewertet durch eine strenge Drei-Sterne-Verteilung die Kategorien Material, Recyclingfähigkeit und Energieverbrauch. Man bemüht sich bei den Auskünften über ein Produkt um einen Blick über dessen gesamten Lebenszyklus. Fujitsu beruft sich auf traditionelle, innovative Green IT, seit nunmehr zwanzig Jahren.

Und die anderen?

Ich habe mich nicht mit allen Zertifikaten beschäftigt, natürlich gibt es noch viele weitere, die zum Teil sicher auch sehr gut in ihrer Aussage über ein Produkt sind, einige, die ich wenigstens noch eben nennen möchte, sind diese hier: Der Blaue Engel ist meiner Meinung nach eines der bekanntesten Siegel. Er gehört auch zu den ältesten. Seit 1978 wird er bei getestetem Standby-Verbrauch und Umweltverträglichkeit vergeben. Für den Verbraucher eine vertraute und bewährte Kaufberatung.

Das EU-Umweltzeichen, das in abgewandelter Form das Cover dieses Ratgebers ziert, soll dem Verbraucher EU-weit das umweltfreundliche Einkaufen erleichtern und gleichzeitig für einen Wettbewerbsanreiz unter den Herstellern sorgen. Bis auf die Gruppe der Lebens- und Arzneimittel ist es überall aufzufinden. Es wurde Anfang der Neunziger durch eine EU-Verordnung eingeführt und hat sich bis heute zu einem der anerkanntesten Label entwickelt.

TCO

Logo: TCO

Das TCO 03-Siegel ist spezialisiert auf IT-Produkte. So lächelt es mir in diesem Moment von meinem Monitor entgegen und verspricht mir, dass der, wenn ich ihn gleich herunterfahre, um Mittag zu machen, kaum Energie verbraucht. Und es erinnert mich außerdem daran, dass ich heute Abend, wegen der guten visuellen Ergonomie des Bildschirms auch nach stundenlanger Arbeit keine Kopfschmerzen haben werde und somit in einen süßen Feierabend abrauschen kann.

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