Die Alleskönner: Palm Pre, Nokia N900 und Blackberry Storm 2

Fotos: Palm, Blackberry, Nokia
In diesem Herbst fallen die Smartphones aus den Hallen der Hersteller, wie die Blätter von den Bäumen. Viele von ihnen sind durchaus vielversprechend ausgestattet und bieten auch ein ansehnliches Äußeres. Um ein wenig Licht in die unübersichtliche Flut zu bringen, werden nun drei ausgewählte Smartphones vorgestellt.
Die drei Smartphones zeichnen sich in erster Linie durch ihre besonderen Betriebssysteme aus. Beim Palm Pre haben wir die komplette Neuentwicklung webOS, die extra für die neue Palm Smartphone-Serie konzipiert wurde. Das Palm Pre ist übrigens das erste Smartphone des amerikanischen Unternehmens Palm mit webOS. Das Palm Pre stellt einen letzten Neubeginn der legendären Hardwareschmiede dar, um sich aus der Krise zu retten. Schließlich kann man mit PDAs niemanden mehr beeindrucken.
Das zweite Smartphone im Bunde, das Nokia N900, besticht durch das zukunftsträchtige Open Source Betriebssystem Maemo. Dieses wurde hausintern entwickelt, um Smartphones bauen zu können, die den Missing-Link zwischen den üblichen Smartphones und PCs schließen. Symbian, das bisherige Standardbetriebssystem von Nokia wurde hier absichtlich nicht eingesetzt, da es als behäbig und langsam gilt. Auch der Funktionsspielraum ist bei Symbian begrenzt.
Die Nummer Drei im Bunde ist das Blackberry Storm 2 (9520), dass gerade frisch angekündigt wurde. Das Storm 2 wartet ebenso mit einem eigenen Betriebssystem auf. Die neue Blackberry OS 5 Version zeigt sich mit neuen Funktionen, die sich insbesondere auf die Steuerung des neuen transmissiven Displays auswirken. Bei diesem werden die Eingaben auf dem Touch-Display über elektronische Signale fühlbar gemacht – Blackberry nennt dieses Feature SurePress.
Das Blackberry Storm 2 ist das Einzige, hier vorgestellte Smartphone ohne physikalische QWERTZ-Tastatur. Die beiden anderen Phones verfügen über solche Tastaturen, die sich durch ein Aufschieben des Gehäuses enthüllen. Das Palm Pre hat eine beinahe klassische abgerundete Sliderform, die sich allerdings beim aufschieben etwas abrundet und sich damit dem Gesicht anatomisch anpasst. Das N900 ist ein Tablet Phone, welches durch ein seitliches Aufschieben eine kleine, allerdings vollständige QWERTZ-Tastatur zum Tippen anbietet. Wie auch das Storm 2 verfügen die beiden Letzteren außerdem über Touchdisplays mit Multitouch-Technologie. Bis zu zwei Fingertipps können gleichzeitig vorgenommen werden.

Foto: Palm
Palm Pre
Das Palm Pre ist eines der wenigen Smartphones, das über Multitasking verfügt, ähnlich wie man es von seinem PC zu Hause gewohnt ist. Bei anderen Smartphones verhält es sich so, dass man erst eine Anwendung beenden muss, bevor eine andere gestartet werden kann. Das Pre ermöglicht parallel laufende Funktionen, die leicht über die gelungene WebOS Bedienoberfläche mit einem Fingerzeig erreichbar sind. Darüber hinaus existiert eine universelle Suchfunktion, die Programme, Adressbucheinträge und Musik finden kann. Kalendereinträge, E-Mails, Memos, Textnachrichten und Lesezeichen sucht man in der Suche allerdings zurzeit (noch) vergebens.
Eine weitere sehr gelungene und charakteristische Funktion des Palm Pre ist Synergy. Dieses ist eine Synchronisierungsfunktion, die unterschiedliche Quellen, wie zum Beispiel den Outlook Kalender, Einträge aus Google und Facebook in einer logischen Tagesansicht zusammenfasst. Wenn ein Eintrag auf Facebook getätigt wird, wird dieser mit Synergy auch in der Tagesansicht dargestellt. Neue Einträge und Termine werden sehr zurückhaltend auf dem Bildschirm eingeblendet
Speichertechnisch bietet das Pre einen integrierten Speicherplatz von 8 GB, allerdings ohne Erweiterungsmöglichkeit. Das ist äußerst schade – da hat man am falschen Ende gespart.
Trotz dieses Makels handelt es sich um ein sehr gelungenes Gerät, dass ein geringes Baumaß und ein Top Handling hat.

Foto: Nokia
Nokia N900
Das Nokia N900 ist das erste Phone mit Maemo 5. Mithilfe dieser neuen Entwicklung soll die Bedienoberfläche sowie die Behäbigkeit von Symbian hinter sich gelassen werden, um eine der Zeit angemessene Leichtigkeit in der Bedienung zu erreichen. Neben dem Pre beherrscht auch das N900 Multitasking, was sonst nicht einmal das iPhone von Apple bietet.
Eine inkonsistente Bedienung gehört mit dem N900 der Vergangenheit an. Diese ist viel übersichtlicher und gelungener und nicht mehr so chaotisch wie beim N97 oder anderen Symbian Smartphones. Über vier thematisch geordnete Hauptseiten sind Widgets, Programme oder Lesezeichen des Browsers beliebig ablegbar. Zwischen diesen Fenstern lässt sich ganz einfach per Fingerstreich hin und her scrollen und so die gewünschten Programme starten.
Da es sich beim N900 um ein Tablet Smartphone handelt, gestaltet sich die Bedienung überwiegend im Hochformat. Das große Breitbilddisplay liegt dann über dem herausziehbaren dreireihigen Keyboard, dass in etwa dem des N97 ähnelt.
Das N900 ist eine Multimediamaschine, die mit Fotos und Videos, Musik und Radio umzugehen weiß sowie den Zugang zu Social Networks von Unterwegs ermöglicht. Darüber hinaus lässt sich auf dem integrierten 32 GB Speicher, der obendrein noch per SD-Karte erweiterbar ist, eine Menge an Daten mitnehmen. Ähnlich wie beim gelungenen Synergy des Pre können nahezu alle Nutzerdaten im Adressbuch gespeichert werden – auch die Daten der Facebook-, Skype -und Gtalk-Konten sind hier gut aufgehoben.
Was meiner Meinung nach ein Minuspunkt dieses Gerätes ist, obwohl mir das Konzept des Maemo Betriebssystems und des reichhaltigen Angebots an Features sehr zusagt, ist die Größe, beziehungsweise Dicke des Geräts. Es trägt auf jeden Fall sehr in der Hosentasche auf und wiegt ganze 180 Gramm.

Foto: Blackberry
Blackberry Storm 2 (9520)
Das Blackberry Storm 2 von RIM (Resarch in Motion) ist der direkte Nachfolger des Blackberry Storm (9500). Das neu aufgelegte Modell hat eine Menge mehr zu bieten. Viele Kritikpunkte am alten Modell wurden im Storm 2 verbessert. Damit ist definitiv ein rundes Produkt erschaffen, da nun endlich auch WLAN integriert wurde. Ebenso findet sich ein SD-Karten-Steckplatz im schicken, edel wirkenden Gehäuse, mit welchem sich der interne Speicher um 16GB – vermutlich auf 32GB erweitern lässt.
Da Blackberry seine Zielgruppe in erster Linie auf Businesskunden gelegt hat, findet sich natürlich ein reichhaltiges Arsenal an Programmen für die täglichen Büroarbeiten. Das Blackberry Storm 2 beherrscht die Synchronisation von Outlook und Exchange mit weiteren digitalen Arbeitsgeräten – dieses Mal sogar zum Glück auch per WLAN.
Fazit
Alle drei Smartphones haben sicherlich ihre Vor- und Nachteile. Jedes Gerät hat seine eigene besondere Bauform sowie seine besonderen Betriebssysteme, die jeweils direkt von den Herstellern der Hardware entwickelt wurden. Meiner Meinung ist die gekoppelte Entwicklung von Hard- und Software ein wichtiger Aspekt, um ein ausgewogenes, gut funktionierendes Produkt herzustellen. Das sieht man beim Apples iPhone, allerdings auch bei den hier vorgestellten Produkten.
Neben den Office Funktionen aller Geräte, verfügen sie natürlich über die Unterstützung multimedialer Inhalte. Das Palm als auch das Nokia wissen bei den Disziplinen der Unterhaltung aber besser zu überzeugen, als das Blackberry. Aufgrund der Größe des Displays des Nokia N900 und seiner Flash Unterstützung ist dieses das absolute Gerät für Leute, die ohne ihre Facebook, Twitter etc. Community nicht aus dem Haus gehen wollen. Die Tasche sollten sie aber nicht daheim lassen, da das N900 doch recht dick aufträgt.
Das Palm Pre macht den Eindruck eines Allrounders mit gut durchdachter Bedienoberfläche und einer angenehmen Größe, wodurch allerdings das Display in der Diagonale etwas leiden musste. Mir würde es dennoch genügen.
Das Blackberry Storm 2 wird von vielen sehnsüchtig erwarten und wird definitiv ein Erfolgsgerät bei Businessleuten werden. Laut neuesten Informationen ist es ab dem 26. Oktober exklusiv bei Vodafone erhältlich.
Hier ein direkter Vergleich der technischen Daten:
| Palm Pre | Nokia N900 | Blackberry Storm 2 | |
| Bauform | Slider | Tablet | Barren |
| Display | 3,1 Zoll LCD-TFT Multi-Touch | 3,5 Zoll LCD-TFT Touch | 3,25 Zoll LCD-TFT transmissiver Touch |
| Auflösung | 320×480 Pixel | 800×480 Pixel | 360×480 Pixel |
| Displayfarben | 16,7 Mio. | 16,7 Mio. | 65.536 |
| Tastatur | physikalische QWERTZ | physikalische QWERTZ | virtuelle QWERTZ |
| Kamera | 3,0 Megapixel | 5,0 Megapixel | 3,2 Megapixel |
| Digitalzoom | 8-fach | 3-fach | 2-fach |
| Blitz | LED | LED (dual) | Fotolicht |
| Geotagging | ja | ja | ja |
| Radio | nein | ja | nein |
| MP3-Player | ja | ja | ja |
| WLAN | ja | ja | ja |
| Netz | 850/900/1800/1900 | 850/900/1800/1900 | 850/900/1800/1900 |
| GPS | ja | ja | ja |
| GPRS | ja | ja | ja |
| UMTS | ja | ja | ja |
| HSDPA | ja | ja | ja |
| HSUPA | ja | ja | ja |
| Infrarot | nein | nein | ja |
| E -Mail Push | ja | ja | ja |
| Bluetooth | ja v 2.1 | ja v2.1 | ja v2.0 |
| Standby-Zeit | 250 Stunden | 96 Stunden | 305 Stunden |
| Sprechzeit | 300 Minuten | 300 Minuten | 270 Minuten |
| Betriebssystem | Palm webOS | Maemo 5 | Blackberry OS 5 |
| Prozessor | TI OMAP 3430 600 MHz |
ARM Cortex A8-CPU 600 MHz |
k.A. |
| Akku | 1150 mAh | 1320 mAh | 1400 mAh |
| 3,5 Klinkenbuchse | ja | ja | ja |
| Speicherkartentyp | nein | microSD/SDHC (max. 16GB) | microSD/SDHC (max. 16GB) |
| interner Speicher | 8 GB | 32 GB | 2 GB |
| Abmessung | 100,5 x 59,5 x 16,9 mm | 110,9 x 59,8 x 18 (19,55) mm | 113 x 62 x 14 mm |
| Gewicht | 136 Gramm | 181 Gramm | 160 Gramm |
| Preis (UVP) | 481 Euro | 595 Euro | ? |
| Speicherkartentyp | nein | microSD/SDHC (max. 16GB) | microSD/SDHC (max. 16GB) |


das Nokia N900 hat durchaus Infrarot!
danke für die Info, habe ich den Daten hinzugefügt. auf der nokia seite war dieses Detail nicht angegeben.
Vielen dank für die ausführliche Information! Ich bin noch nicht sicher aber welche ich wählen muss! Alle scheinen mir gut zu sein, unterscheiden sich nur in einigen Details! Ich habe aber noch Zeit zum Überlegen!
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